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SEO Potentiale der neuen Features in den Google Webmastertools

Man ist ja von Google inzwischen gewohnt, dass die Internetgemeinde fast täglich mit neuen Produkten oder Verbesserungen von bestehenden Produkten beschenkt wird. Jetzt waren wir SEOs wieder dran!
Die Google Webmastertools wurden wie hier und hier ausführlich nachzulesen, um ein mächtiges Tool zur Keywordanalyse erweitert. Wie lassen sich die Daten daraus für die SE-Optimierung nutzen?

Eine neue (alte) SEO-Disziplin ist geboren – Title und Snippet-Optimierung!

Alt, weil die Optimierung des Suchergebnisses in den SERPs natürlich schon immer dazugehört hat, aber neu weil man jetzt erstmals wirklich vergleichbare Daten hat und man für eine große Anzahl von Keywords Schwachstellen und Potentiale bei der die Darstellung in den Suchergebnislisten aufdecken kann. Einige Anwendungsbeispiele möchte ich jetzt vorstellen:

1. Keywords mit unterirdischer Performance (=größtes Potential) ausfindig machen

Ja, es gibt diverse Tools (*Hust* Sistrix Toolbox bestellen) welche u.a. auch Rankingposition und Suchvolumen in Verbindung bringen, aber kommt schon: Tagesaktuelle Impressiondaten inklusive Ranking zu den wichtigsten Keywords? Danke Google!!!
Wie lässt sich das nutzen?
Keywordpotentiale mit GWMT erkennen
Wie aus dieser Grafik ersichtlich, hat Keyword 1 im besagtem Zeitraum in etwa das doppelte Suchvolumen als Keyword 2 gehabt. Obwohl beide Keywords größtenteils auf Position 6-10 waren, hat Keyword 1 nur magere 20 Klicks abbekommen, während Keyword 2 aus den eh schon wenigeren Impressions, 1300 Klicks rausgeholt hat! Offensichtlich wurde bei Titel+Snippet bei Keyword 2 einiges richtig gemacht, während man bei Keyword 1 wahrscheinlich noch mehr Klicks erwarten könnte, wenn der Titel ‘Bitte hier nicht klicken’ heißen würde…

2. Eyecatcher Tests

Viele Webseiten arbeiten gezielt mit Sonderzeichen im Titel um die Aufmerksamkeit auf Suchergebnis zu lenken. Beispiel misterinfo.de:
Eyecatcher bei misterinfo.de
Wieviel bringen Sonderzeichen als Eyecatcher? Welches Zeichen funktioniert besser: • oder ⇒ ? Oder gar ### an den Anfang vom Titel? Alles Fragen, welche durch bloßes Ausprobieren und Auswerten der CTR in den Webmastertools möglich sind.

3. Wieviele Klicks mehr haben wir mehr, wenn Keyword X von Platz 3 auf Platz 1 steigen würde?

Es gibt zwar Statistiken die in etwa zeigen, wie die durchschnittliche CTR auf Platz 1-10 sind, allerdings sind diese Daten verallgemeinert. Sprich wenn man zum Beispiel eine große Brand mit bekannter Domain hat, ist die CTR für ein Keywords auf Platz 3 sicher höher als die CTR von Affiliate XY mit www.ichhabmichhierhochoptimiert.de
Mit dem neuen Feature in den Webmastertools lassen sich jetzt aber die durchschnittliche domainspezifische CTR für alle Positionen errechnen, wenn man sich die Mühe macht, die Keywords samt CTR und Position im Excel zusammen zu führen und den Mittelwert errechnet. Ich muss zugeben, das habe ich noch nicht ausprobiert, aber mir fällt grad nichts ein warum das nicht funktionieren sollte (ach ja, Brandkeywords rausnehmen, das verfälscht…).
Bestimmt gibt es noch weitere Anwendungsfälle, aber was soll ich sagen, es ist schon spät und die meisten haben eh schon aufgehört zu lesen (kein Mensch mag zu lange Blogposts), also mach ich jetzt erstmal Schluss.


Mein Fazit: Ich bin mir sicher, dass man durch die Analyse der Suchanfragedaten aus den GWMTs und ein bisschen Testen leichter am Trafficwachstum arbeiten kann, als durch die Optimierung von immer mehr Keywords auf immer bessere Positionen.


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7 Comments

  • Dirk sagt:

    Bei aller Vorfreude bleibt nun nur noch abzuwarten, wie verlässlich die neuen CTR Daten von Google in den GWMT tatsächlich sind.

    Sicherlich wären sie hochspannend, wenn die ausgeworfenen Zahlen ein relativ umfassendes Bild über die Häufigkeit der Anzeige “meiner” optimierten Seiten in den SERPs darstellen. Schliesslich ist genau dies die letzte Bastion an Informationsbeständen, die ausschliesslich den SEM Leuten vorbehalten ist.
    Wenn ich also gezielt an CTR`S optimieren könnte, vor allem bei solchen Queries die ich noch gar nicht auf dem Schirm habe, ist der aufrichtige SEO wieder um neue Argumente in Sachen Kundenkommunikation reicher.
    Insoweit DANKE nach Mountain View!!!

    Ich für mich werde die Daten mit grösster Vorsicht geniessen und gezielt Ausschau nach den ersten SEOs halten, die diese Daten in den SEO Alltag einbeziehen und Erfahrungen posten.

  • Holger Rohm sagt:

    Dirk, ja, die Verlässlichkeit scheint wirklich der einzige Wehrmutstropfen zu sein. Nicht nur bei der CTR, sondern auch bei den Rankingangaben die teilweise Fragen aufwerfen. Mitunter war die Position von einem Keyword zu einem bestimmten Zeitpunkt eine andere als die Webmastertools das ausgeben (wobei man natürlich nicht weiß, inwiefern z.B. personalized Search dabei ein Rolle spielt)

  • Christian sagt:

    Was vielleicht einige Leute von einer CTR Optimierung abhält ist wohl die Angst, bspw. durch das Testen des title-Tags (das ja bei den onPage Kriterien ein starkes Standing hat), vorher erkämpfte Positionen abzugeben und das womöglich bei (umkämpften) Keys, wo ich derzeit richtig Geld verdiene. Sicherlich kann man das bei weniger interessanten Keys mit den Sonderzeichen testen und auf andere replizieren, aber jetzt bspw. die reine title Optimierung kannst du halt wirklich nur bei dem relevanten Key machen.

  • [...] werden sich alle SEOs dieser Welt an Title- und Snippetoptimierung austoben. Holger Rohm hat das CTR Optimierungspotential recht anschaulich in einem ersten Artikel [...]

  • Dreamworker sagt:

    Hi,
    etwas entscheidendes fehlt hier aber um das neue Feature perfekt zu machen: die Daten von beliebigen Mitbewerbern!
    Damit wäre es ein Tool was selbst Sistrix schlagen würde ;-)

  • Holger Rohm sagt:

    Christian, gut möglich. Aber manchmal reichen ja schon kleine Änderungen am Titel. Und wenn sich das wirklich negativ auf das Ranking auswirkt, kann mans ja immer noch auf den alten Stand bringen.

  • Skeptiker sagt:

    Eher friert die Hölle zu, als dass Google das machen würde, sonst würde in der Presse stehen: “Google gibt vertrauliche Domaindaten für jedermann frei”

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